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Dossier · Weinbau-Ansätze

Weinbau-Ansätze

31 Oktober 2025 Lecture 6 min
Weinbau-Ansätze

Biologisch, biodynamisch oder Fair’n Green-zertifiziert – drei Ansätze, ein gemeinsames Ziel: die Vitalität des Bodens, die Gesundheit der Reben und die Zukunft des Terroirs zu bewahren.

Der biologische Weinbau verzichtet auf chemische Produkte zugunsten natürlicher Behandlungen und der Förderung der Biodiversität. Jede Maßnahme wird überlegt eingesetzt, um Boden und Rebe ihr natürliches Gleichgewicht finden zu lassen.

Die Biodynamik geht noch einen Schritt weiter und betrachtet den Weinberg als lebenden Organismus. Natürliche Präparate, Mondzyklen und Spontangärungen spiegeln eine ganzheitliche Philosophie wider, bei der die Natur den Rhythmus vorgibt.

Das Fair’n Green-Label schließlich umfasst die gesamte Produktionskette: Energie, Wasser, Verpackung, Transport und soziale Verantwortung. Es basiert auf kontinuierlicher Verbesserung und motiviert jeden Betrieb, sich Schritt für Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Modells zu entwickeln.

Drei unterschiedliche Wege – aber ein gemeinsames Bekenntnis: ein verantwortungsvoller luxemburgischer Wein, der seinem Terroir treu bleibt.

Clos Jangli, die Wette auf Bio

Huges & Staphane

Ein Pragmatismus aus der Praxis

Gegründet im Jahr 2014 von Sophie und Stéphane, hat sich das Weingut Clos Jangli von zwei auf zwölf Hektar vergrößert – stets mit dem gleichen Ziel: Weine von hoher Qualität zu produzieren.

Um dies zu erreichen, setzt das Paar gemeinsam mit seinen Mitarbeitern auf drei zentrale Produktionsachsen: die Achtung der Bodeneigenschaften, den biologischen Anbau und die Permakultur. „Unsere Reben stehen größtenteils auf gipsreichen Böden, was die Mineralität erhöht und dem Wein seinen leicht würzigen Geschmack verleiht“, erklärt Stéphane.

Auf dieser Grundlage einer qualitativ hochwertigen Traubenproduktion widmet sich das Team des Clos Jangli mit großer Sorgfalt dem Rebstock – in einer umweltbewussten, integrierten und pragmatischen Vision. Biologischer Landbau und Permakultur entsprechen genau diesen Ansprüchen und erfordern zunächst ein tiefes Verständnis des Bodens, in dem die Reben wachsen, um anschließend gezielt und überlegt eingreifen zu können. „Zuerst ist es wichtig, das Bodenprofil zu überprüfen – dazu gräbt man ein etwa 1,50 Meter tiefes Loch, um seine Struktur zu beobachten.“ Ein notwendiger Schritt, der es ermöglicht, auf die individuellen Eigenschaften eines Weinbergs zu reagieren, statt standardisierte Methoden anzuwenden.

In denselben Parzellen wird das Ökosystem durch den Erhalt von Hecken, Bäumen und begrünten Böden rund um die Reben bewahrt. „Hier sind Meisen, Marienkäfer und Bienen die effektivsten Insektizide. Jede Tier- und Pflanzenart hat ihre Funktion.“

Diese Anbaumethode setzt gezielte, bedarfsgerechte Maßnahmen voraus. „Wir ergänzen unseren Boden zum Beispiel zweimal im Jahr – nicht mit organischem Dünger, sondern mit der Zufuhr mikroskopischer Pilze oder Bakterien, die den Boden beleben.“ Auch die Behandlungen – stets biologisch – werden nur bei tatsächlichem Bedarf angewendet. In diesem Zusammenhang zeigt sich Stéphane offen für den Einsatz von Fluggeräten, die den Vorteil hätten, den Boden nicht zu belasten.

All dies führt dazu, dass sich die Weine des Clos Jangli durch ihre Qualität und ihre „Seele“ auszeichnen – Eigenschaften, die sie gerade in der Festzeit zu idealen Begleitern machen. Ein Chardonnay zur Pute oder ein Pinot Noir zu Foie Gras oder luxemburgischem Rindfleisch – um Ihre Geschmacksknospen zum Schwingen zu bringen.

Sunnen-Hoffmann, die Biodynamik

Marie Kox verbindet Tradition und Biodynamik und zeigt, wie luxemburgische Weine nachhaltig und ausdrucksstark werden.

Marie Kox leitet die Domaine Sunnen-Hoffmann in Remerschen mit einem klaren Ziel: Wein im Einklang mit der Natur zu erzeugen. Seit 2001 arbeitet der Familienbetrieb biologisch, seit 2011 kommen auch biodynamische Methoden zum Einsatz. Für Marie bedeutet das mehr als der Verzicht auf Herbizide oder Pestizide – es geht darum, den Weinberg als lebendigen Organismus zu verstehen.

Präparate wie Hornmist und Hornkiesel stimulieren Boden und Pflanzen, während Mondphasen den Rebschnitt bestimmen. „So fördern wir das Zusammenspiel zwischen Wurzeln, Pflanzen und Mikroorganismen“, erklärt Marie.

Im Keller setzt die Biodynamik auf spontane Gärung, wodurch die Lebendigkeit der Reben direkt in die Weine gelangt. Die Crémants und Weine gewinnen dadurch an Balance und Ausdruck, ganz ohne künstliche Eingriffe.

Marie übernahm Keller und Weinberge von ihrem Onkel Yves, Maries Mutter trägt weiter die administrative Verantwortung. „Ich wollte den Betrieb nachhaltig weiterführen – aber mit meinem eigenen Zugang“, sagt sie.

Die 9,3 Hektar Weinberge der Domaine liegen auf verschiedenen Parzellen mit Kalk- und Lehmböden. Besonders der Auxerrois-Fels, ein 50 Jahre alter Weinberg, liefert in guten Jahren exzellente, charakterstarke Weine.

Marie beschreibt ihre Arbeit als Mischung aus Geduld und präziser Beobachtung. Qualität, Balance und Charakter stehen immer im Vordergrund des Schaffens.

Bei Sunnen-Hoffmann treffen so Tradition und biodynamische Prinzipien aufeinander. Und wer sich die Zeit nimmt und hinter die Kulissen blickt, spürt schnell: Hier wird Wein bewusst gestaltet, mit Respekt für Natur, Terroir und Handwerk.

Domaines Vinsmoselle, das Label Fair’n’Green

Ein Konzept, das mittlerweile in allen Bereichen der Gesellschaft fest verankert ist – von der Immobilienbranche über die Finanzen bis hin zur Bauwirtschaft und Ernährung – hat auch in der Welt des Weins Einzug gehalten: Nachhaltigkeit. Und das gilt ganz besonders für Domaines Vinsmoselle, die mit dem Label FAIR’N GREEN ausgezeichnet sind. Ein Blick auf eine bewusst getroffene Entscheidung.

Mit einem Zusammenschluss von rund 150 Winzern spielt Domaines Vinsmoselle eine führende Rolle in der luxemburgischen Weinlandschaft. „Bei so vielen unterschiedlichen Akteuren ist es für uns nahezu unmöglich, unsere Weine ausschließlich biologisch zu produzieren. Das Label FAIR’N GREEN hingegen ermöglicht uns, große Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu machen“, erklärt André Mehlen, Generaldirektor. „Der große Vorteil liegt darin, dass man Schritt für Schritt vorankommen kann. Es ist nicht erforderlich, bereits zu Beginn hundert Prozent der Kriterien zu erfüllen, um das Zertifikat zu erhalten. So werden die Winzer ermutigt, sich jedes Jahr weiterzuentwickeln – und das schafft einen positiven Kreislauf: Wenn sie sehen, wie ihre Kollegen Veränderungen umsetzen, die der gesamten Produktionskette zugutekommen, motiviert sie das, ebenfalls aktiv zu werden.“

Nicht nur die Winzer selbst sind vom Label betroffen – das gesamte Netzwerk wird geprüft. Um die Zertifizierung zu erhalten, müssen Anforderungen in Bezug auf Heizöl-, Gas-, Wasser- und Stromverbrauch erfüllt werden. Während sich das Bio-Siegel vor allem auf landwirtschaftliche Praktiken konzentriert, berücksichtigt FAIR’N GREEN auch Aspekte wie Verpackung, Transport, Logistik und gesellschaftliche Verantwortung. „Bio, Label, Biodynamik – jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Für uns ist heute das Label FAIR’N GREEN am besten mit unseren Werten vereinbar!“

„Das Label FAIR’N GREEN ermöglicht uns, große Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu machen.“

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