Jubiläum · Vinsmoselle
60 Jahre Weine, Zusammenhalt und Freundschaft
2026 feiert Domaines Vinsmoselle 60-jähriges Bestehen. Was als Antwort auf Krisenzeiten begann, hat sich über die Jahre hinweg immer wieder bewährt, denn die Winzergenossenschaft weiß sich stets neu zu erfinden.
Ein Blick auf die Geschichte, der anklingen lässt, dass es noch lange weitergeht.
„Die Stärke einer Genossenschaft liegt im Zusammenhalt. Man war und ist stets für einander da und das soll auch so bleiben.“
Die Geschichte beginnt jedoch bereits lange vor 1966, nämlich am 4. September 1921, als 25 Winzer beschlossen, sich zusammenzuschließen und die erste Winzergenossenschaft Luxemburgs zu gründen. „Durch das Ende des Deutschen Zollvereins war die Nachfrage für Luxemburger Wein im Ausland stark gesunken und es wurde viel weniger verkauft, also entstand ein Genossenschaftsgedanke“, erklärt Josy Gloden. Im 20. Jahrhundert waren die meisten Betriebe Mischbetriebe, die sowohl in der Landwirtschaft, als auch im Weinbau tätig waren. Als es den Familien während der Krise schlechter ging, rückten sie näher zusammen, so Gloden: „Viele haben ihr gesamtes Hab und Gut als Garantie bei der Bank hinterlassen, so auch mein Großvater, einer der Mitgründer der Genossenschaftskellerei.“
Am 16. April 1966 kam dann eine erneute Fusion, diesmal zwischen fünf der sechs in der Zwischenzeit gegründeten Kellerein. „Es haben alle mitgemacht bis auf Wormeldingen, die noch bis 1989 unabhängig waren und danach auch dazustießen“, sagt Gloden. Es war die Geburtsstunde von Domaines Vinsmoselle, einer der damals wichtigsten und mit Abstand der größte Weinproduzent im Land. Der Vorteil: Jede Kellerei hatte ihre individuellen Spezialitäten, was die angebauten Rebsorten anbelangte, das Knowhow konnte durch den Zusammenschluss jedoch gebündelt werden und somit die Präsenz auf dem Markt neu definiert. „Man wollte den Export von Luxemburger Wein wieder vorantreiben, aber auch lokal besser vertreten sein, ganz nach dem Motto: Gemeinsam ist man stärker“, meint der Vinsmoselle-Präsident. Bis in die 2010er-Jahre behielt zwar jede Kellerei ein eigenes Komitee, sowie ihren eigenen Aufsichtsrat, durch die Genossenschaft vereinfachte sich jedoch die Arbeit und man konnte sich auf die Produktion von Qualitätsprodukten konzentrieren.
Durch die Flurbereinigung ab der 1970er-Jahre, durch die die Parzellen an der Mosel neu auf- und verteilt wurden, wurde auch die Bewirtschaftung leichter und die Betriebe veränderten sich. „Im Moseltal gab es immer weniger Fläche für Landwirtschaft, so dass die Familien nach und nach komplett auf Weinbau umstiegen“, erklärt Gloden. Auch wurden neue Rebsorten angepflanzt, mit Fokus auf mehr Burgunder, der zu der Zeit viel gefragt war. Am 13. November 1991 kam schließlich der nächste große Meilenstein in der Geschichte von Vinsmoselle: die Produktion des allerersten Luxemburger Crémants unter dem Namen Poll-Fabaire, benannt nach Paul Faber, dem ersten Präsidenten der 1921 gegründeten Genossenschaft. Bereits zuvor hatte Vinsmoselle erste „Mousseux“ produziert, der erste Crémant, der dieses Jahr sein 35-jähriges Jubiläum feiert, war jedoch eine wahre „Success Story“, wie Gloden verrät: „Zu Beginn setzten unsere großen Kunden die Voraussetzung, dass wir die Flaschen zurücknehmen würden, sollten sie nicht verkauft werden. Nach drei Wochen war jedoch schon alles ausverkauft und der Crémant kam so gut an, dass er heute einen großen Teil unseres Produktionsvolumens ausmacht.“
Schon immer sei man bei Vinsmoselle offen für Neues gewesen – „wenn jemand eine innovative Idee hatte, waren wir stets dabei“. Ob saisonale Produkte wie die „Primeurs“-Herbstweine, die die Kellerei 15 Jahre lang verkaufte, bis die Nachfrage nach Beaujolais nachließ, oder aber die „Event-Cuvées“, die zusammen mit Luxemburger Künstlern im Rahmen der Serie „Art & Vin“ seit 1987 herausgegeben wurden: Neuheiten gab es neben dem Haupt-Sortiment an der Mosel immer und wird es auch weiterhin geben. Es wundert also kaum, dass auch zum 60. Geburtstag von Vinsmoselle zwei neue Cuvées vorgestellt wurden: der Pinot Gris Grand Premier Cru und der Crémant Brut Rosé, beides limitierte Ausgaben speziell zum Jubiläum. „Im Juni haben wir auch noch unseren Spritzi herausgebracht und Ende des Jahres gibt es noch einmal eine Überraschung in puncto Crémant“, verrät der Präsident.
Für den besonderen Anlass wurde ebenfalls eine Zusammenarbeit mit Künstler Jacques Schneider gestartet, der nicht nur die Etiketten der beiden Geburtstagsprodukte entworfen hat, sondern ebenfalls cooles Merchandising in Form von T-Shirts, Hoodies und Kappen, sowie ein Kunstbuch mit dem Titel „Eng grouss Famill“, in dem er die Geschichte der Luxemburger Moselweine visuell präsentiert. Man sei stolz auf die Reise, die die Domaines Vinsmoselle bisher gemacht haben, sagt der Präsident der Winzergenossenschaft. Heute zählt das Vinsmoselle-Areal zwar nicht länger jene 900 Hektar, die die über 800 Mitglieder 1991 noch bewirtschafteten. Doch auch mit „nur“ noch 450 Hektar und 150 Mitgliedern hält der Zusammenschluss seinen Platz auf dem Luxemburger, aber auch internationalen Markt. Denn auch wenn sich die Branche in den vergangenen Jahren abermals vor neuen Herausforderungen sieht, sei es aufgrund des Klimawandels oder des Rückgangs beim Alkoholkonsum, bleibe man dem Ursprungsgedanken der Gründerfamilien treu, so Gloden. „Wir dürfen unsere Wurzeln nie vergessen, denn unsere Vorfahren haben Vinsmoselle mit Leib und Seele aufgebaut, und das müssen wir in Ehren halten.“ Man sei wie eine große Familie, deren Grundprinzipien noch immer dieselben sind, egal wie sehr sich die Produkte verändern: „Die Stärke einer Genossenschaft liegt im Zusammenhalt. Man war und ist stets für einander da und das soll auch so bleiben.“
Sur ce: Happy Birthday Vinsmoselle, auf noch viele Jahre der gemeinsamen „Patte“!